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IBC Container - Intermediate Bulk Container

Sogenannte IBC Container (Abkürzung für "Intermediate Bulk Container") dienen dem Transport großer Mengen an flüssigen Stoffen. Sie werden sowohl für als Gefahrstoffe eingestufte Chemikalien als auch für herkömmliche Lebensmittel verwendet. Auch Kosmetikprodukte und Pharmazeutika können auf diesem Wege transportiert werden. IBC Container stellen vor allem platzbedingt eine Verbesserung gegenüber den zuvor meist verwendeten zylindrischen Stahlfässern dar. So können nun in der Regel gut 25 Prozent mehr Flüssigkeit auf der gleichen Fläche untergebracht werden. Zudem wird nur ein Arbeitsgang benötigt, da Stahlfässer deutlich kleiner sind und ungefähr vier Stück auf die Fläche eines Intermediate Bulk Containers passen. Außerdem sind letztere sehr viel einfacher zu reinigen, sodass sie auch für unterschiedliche Stoffe problemlos verwendet werden können. In einem IBC Container finden je nach Baugröße 500 bis 3000 Liter Flüssigkeit Platz. Bewegen lassen sie sich durch herkömmliche Gabelstapler, Container der gleichen Bauart können zudem problemlos aufeinandergestapelt werden.

Intermediate Bulk Container sind gefahrgutrechtlich den Großpackmitteln zuzuordnen. Die gängigste Variante besteht aus einem Kunststofftank, welches außen von einem einfachen Gitterkäfig umgeben ist. Der Kunststofftank ist in der Regel quaderförmig und durchschnittlich 1,2x1,0x1,16 Meter groß. Vor der Benutzung wird der Gitterkäfig mit einer Palette zusammengeschraubt, mithilfe derer dann ein Gabelstapler den IBC Container bewegen kann. Neben häufigen Anwendungen in der Nahrungsmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie werden die Großpackmittel auch für den Transport von Chemikalien verwendet, weshalb sie über eine Zulassung für Gefahrstoffe verfügen müssen. Daher werden IBC Container nach dem Bau geprüft und anschließend zertifiziert. Eine weitere Prüfung erfolgt zweieinhalb Jahre nach der erstmaligen Benutzung. Nach spätestens fünf Jahren verliert jeder Container seine Zulassung für Gefahrgüter unwiderruflich. In der Folge ist er also ausschließlich für gefahrgutrechtlich unbedenkliche Stoffe benutzbar.

Aus diesen Gründen werden heutzutage sehr häufig metallene IBC Container verwendet, welche in der Regel aus Edelstahl angefertigt werden. In der stabilen Außenhülle befindet sich auch hier ein quaderförmiger Tank. Aufgrund der qualitativ hochwertigeren Verarbeitung sind entsprechende Container aus Metall auch längere Zeit für Gefahrstoffe zugelassen. Auch sie müssen alle zweieinhalb Jahre einer Prüfung unterzogen werden, können in den meisten Fällen jedoch weit über zwanzig Jahre lang auch für Gefahrgüter genutzt werden. Eine weitere Verbesserung im Gegensatz zum einfachen Kunststoff-IBC ist die Tatsache, dass metallene Container problemlos recyclingfähig ist, während bei Kunststoffcontainern große Probleme aufgrund des möglichen Eindiffundierens von Gefahrstoffen in den Kunststoff auftreten können. Zwar sind Intermediate Bulk Container aus Metall deutlich teurer anzuschaffen und zu unterhalten als die herkömmlichen Varianten, dennoch rechnet sich die Investition aufgrund der weitaus längeren Haltbarkeit fast immer.

Außerdem existieren flexible IBC Container, welche aus Polypropylen-Werkstoff bestehen. Sie dienen hauptsächlich dem Transport von rieselfähigen Substanzen wie etwa diverse Arten von Pulvern oder Ähnlichem. Bei dieser Ausführung ist zu beachten, dass in Europa hier besondere Regeln gelten. So müssen die sogenannten FIBC mit einer fünf bis sechs Mal so hohen Belastung getestet werden, als sie eigentlich später tragen dürfen. Nur beim Bestehen dieser Überprüfung werden sie zugelassen. Mehrweg-Container sind hierbei noch ausgiebiger zu testen als Einweg-Ausführungen.

Andere Varianten von IBC umfassen eine elektrisch beheizbare Version, mit der Stoffe in bestimmten Temperaturen transportiert werden können, oder aber auch den sogenannten faltbaren IBC, welche vor allem nützlich sind, um die Transportkosten niedrig zu halten.

IBC Container werden von einigen verschiedenen Händlern angeboten. Die verschiedenen Ausführungen sind zumeist in entsprechenden Großhandeln erhältlich, können aber auch im Internet bestellt werden. Besonders der Anbieter Stenzel gehört in Deutschland zu den populärsten Vertreibern von Intermediate Bulk Containern. Deren Zentrum für Umwelt- und Lagertechnik befindet sich in Frankfurt an der Oder und beliefert Auftraggebern in ganz Deutschland, in Ausnahmefällen auch darüber hinaus. Ein weiterer häufig genutzter Vertreter ist die Firma Schütz. Deren ECOBULK-Technologie, unter deren Beachtung die Container angefertigt werden, ist mehrfach für ihren Umweltschutz zertifiziert worden. Viele andere Anbieter vertreiben ausschließlich über das Internet. In den meisten Fällen muss der Kunde jedoch einem entsprechenden Unternehmen angehören, um dort Bestellungen tätigen zu können. Die Barrel Trading GmbH & Co. KG ist ein derartiger Anbieter, der nach ganz Europa liefert.

IBC Container lassen sich jedoch auch von Privatpersonen kaufen. Diese sind dann entsprechend nicht für Gefahrgüter zugelassen. Sie können beispielsweise als Regenwassertank genutzt werden. In diesen Fällen ist es meistens auch unwichtig, die IBC Container nach Verwendung vollständig zu reinigen. Solche Ausführungen von Intermediate Bulk Containern können auch problemlos in herkömmlichen Versandhäusern und häufig auch in Baumärkten gekauft werden. Sie lassen sich bei Bedarf auch gebraucht weiterverkaufen, sofern es keine Komplikationen gibt.

IBC Container können nach der Verwendung bei entsprechenden Firmen wieder abgegeben werden. Viele Unternehmen spezialisieren sich darauf, auch von großen Chemie-Unternehmen genutzte IBC zurückzunehmen. Hier kann die Zulassung für Gefahrgüter auch bereits abgelaufen sein. In vielen Fällen können sogar defekte Container abgegeben werden, die dann entsprechend recycelt oder anderweitig verwendet werden. Die meisten derartigen Unternehmen bezahlen bei der Abgabe eines IBC Containers der Firma auch eine gewisse Summe Geld, wodurch sich diese in jedem Fall lohnt. Zudem werden die Großpackmittel dann unter professionellen Bedingungen umweltgerecht weiterbehandelt oder vernichtet.